Behandlungsarten und Behandlungsmethoden

Ergotherapeutische Behandlungsarten
Ergotherapie findet grundsätzlich auf ärztliche Verordnung hin statt. Sie kann z.B. durch Hausärzte, Kinderärzte, Sozialpädiatrische Zentren (SPZ), den Kinder- und Jugend- Gesundheitsdienst (KJGD), Neurologen, Psychologen, Psychiater und Orthopäden erfolgen.
Dabei können unterschiedliche Behandlungsarten verordnet werden.
Blankoverordnung:
Bei der Blankoverordnung kann ärztlich
- eine motorisch- funktionelle Behandlung,
- ein Hirnleistungstraining oder
- eine psychisch funktionelle Behandlung
angeordnet werden.
Die Länge einer Behandlungseinheit und die Häufigkeit werden nach aktuellem Bedarf individuell mit Ihnen abgestimmt.
Der Gültigkeitszeitraum Ihrer Verordnung beträgt 16 Wochen ab dem Ausstellungsdatum und ist nicht verlängerbar. Diese Art der Verordnung fällt nicht in das ärztliche Budget.
Motorisch- funktionelle Behandlung:
Bei der motorisch- funktionellen Behandlung stehen die Verbesserung und der Erhalt Ihrer Beweglichkeit im Focus.
Sensomotorisch- perzeptive Behandlung:
Bei der sensomotorisch- perzeptiven Behandlung werden Ihre Wahrnehmungsfähigkeit und die situationsgerechte Verarbeitung unterschiedlicher Reize trainiert. Daraus resultiert eine Verbesserung des situationsgerechten motorischen und sozialen Verhaltens.
Psychisch- funktionelle Behandlung:
Bei der psychisch- funktionellen Behandlung stehen Ihre Belastbarkeit und Ausdauer im Hinblick auf Ihre Berufsfähigkeit und Teilhabe im Alltagsleben im Vordergrund.
Hirnleistungstraining:
Beim Hirnleistungstraining geht es um die Verbesserung und den Erhalt Ihrer Gedächtnisleistungen und Orientierungsfähigkeit in Bezug auf Zeit, Ort, Person und Situation.
Thermische Anwendungen:
Thermische Anwendung sind ausschließlich als Ergänzung zu motorisch- funktionellen oder sensomotorisch- perzeptiven Behandlungen verordnungsfähig. Sie dienen der Intensivierung und besseren Nachhaltigkeit Ihrer Behandlung.

Klassische ergotherapeutische Behandlungsmethoden
In Ihre Behandlung fließen in der Regel mehrere Ansätze gleichzeitig ein. Dabei werden die 4 grundsätzlichen Behandlungsmethoden miteinander sinnvoll verknüpft und individuell aufeinander abgestimmt eingesetzt.
Kompetenzzentrierte Methode:
Diese Methode dient dem Erlangen, Verbessern oder Wiedererwerben von Fähigkeiten. Der Erwerb und das Training bedeutungsvoller Alltagstätigkeiten stehen im Vordergrund. Es werden beispielsweise Übungen aus dem schulischen, beruflichen und Freizeitbereich durchgeführt. Dabei kommen auch ausgewählte handwerkliche Techniken zum Einsatz.
Ausdruckszentrierte Methode:
Diese Methode dient zur Darstellung und zum Ausdrücken eigenen Erlebens und zur Kommunikation. Eine wertfreie und gefühlsbetonte Themenauswahl steht hier im Vordergrund. Die kreativ-gestalterische Verwendung unterschiedlicher Materialien und Medien und der Einsatz von Musik und künstlerischen Techniken kennzeichnen diese Behandlungsmethode.
Interaktionelle Methode:
Diese Methode dient dem Reflektieren des eigenen Erlebens im täglichen Miteinander. Sie ermöglicht das Einnehmen verschiedener Positionen innerhalb einer Gruppe und die aktive Auseinandersetzung mit gruppendynamischen Prozessen. Dabei kommen auch darstellerische Techniken zum Einsatz.
Wahrnehmungszentrierte Methode:
Diese Methode dient als Mittel zur Verbesserung von Erlebnisfähigkeit, Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit. Im Vordergrund steht das Finden von Analogien zwischen Lebensgeschichte und Körpergeschichte. Dabei wird der Aufmerksamkeitsfocus auf das eigene körperliche Empfinden gelenkt.